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Hessen-Thüringen | 28.08.2025

Unterwegs auf kleinen Rädern

Der ADAC erklärt, worauf es beim Fahren mit E-Scootern ankommt

Sie sind klein, schnell und im Straßenverkehr besonders gefährdet: Wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen, ist die Zahl der E-Scooter-Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, im Vorjahr um rund 27 Prozent gestiegen. Welche Gefahren lauern und wie die Sicherheit verbessert werden kann, erklärt der ADAC Hessen-Thüringen.

Unfallgefahr gestiegen
Im vergangenen Jahr gab es deutschlandweit insgesamt 11.944 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. Dabei kamen 27 Menschen ums Leben. Besonders junge Menschen sind häufig in E-Scooter-Unfälle verwickelt – fast 50 Prozent der Unfallopfer waren jünger als 25 Jahre. Unfälle mit Pkw können dabei besonders gefährlich werden. Circa ein Viertel der Todesfälle sind auf einen Zusammenstoß mit einem Auto zurückzuführen.

„E-Scooter haben sich in den letzten Jahren ihren Platz im Mobilitäts-Mix gesichert. Mit der zusätzliche Straßennutzung durch die elektrischen Roller ist das Verkehrsgeschehen vor allem in Großstädten noch komplexer geworden,“ erklärt Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen.

Regeln für eine sichere Fahrt
Um möglichst sicher von A nach B zu kommen, müssen Verkehrsteilnehmer immer aufmerksam sein. Für ein gutes Miteinander im Straßenverkehr ist neben der gegenseitigen Rücksichtnahme besonders die Einhaltung der Verkehrsregeln wichtig. Dazu zählt unter anderem die korrekte Nutzung der Fahrbahn und Gehwege. E-Scooter-Fahrer müssen, soweit vorhanden, Radwege, Radfahrstreifen oder Schutzstreifen nutzen. Andernfalls müssen sie auf Fahrbahnen oder Seitenstreifen ausweichen ? das Fahren auf Gehwegen ist verboten. Die fehlerhafte Nutzung der Fahrbahn war 2024 in rund ein Fünftel der Fälle Grund für einen Unfall.

Wer einen E-Scooter fahren darf, ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Nutzung der kleinen Flitzer ist erst ab 14 Jahren und nur allein erlaubt. Beifahrer, die mit auf dem Roller stehen, können das Gleichgewicht verändern und die Kontrolle über den Scooter verschlechtern. Aufgrund der kleinen Räder und häufig unebenen Bodenbeläge kann die Fahrt auf dem E-Scooter schon ohne zusätzlichen Passagier zu einer wackeligen Angelegenheit werden. Der ADAC empfiehlt, ausschließlich zum Handzeichengeben eine Hand vom Lenker zu nehmen und das am besten nur beim Geradeausfahren. Festverbaute Blinker können hier Abhilfe schaffen und die Sicherheit erhöhen.

Der ADAC empfiehlt das Tragen eines Kopfschutzes, um im Falle eines Unfalls schwere Kopfverletzungen vorzubeugen. Helle oder reflektierende Kleidung verbessert, gerade in der dunklen Jahreszeit, die Sichtbarkeit.

Klarer Kopf für klare Sicht
Wer mit dem E-Scooter unterwegs ist, muss sich zudem im Klaren sein, dass bei der Nutzung die gleichen Vorgaben bzgl. Alkohol- und Drogenkonsum gelten, wie für Autofahrer. Die Fahrt unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ist ein absolutes „No-Go“ und kann dazu führen, dass E-Scooter-Fahrer ihren Führerschein abgeben müssen. Ablenkungen beim Fahren durch z.B. Handynutzung ist ebenfalls untersagt.

„Für ein sicheres Miteinander müssen alle Verkehrsteilnehmer verantwortungsvoll im Straßenverkehr unterwegs sein. Das Einhalten der Verkehrsregeln ist dabei eine Grundvoraussetzung. Nur so kommen alle möglichst sicher ans Ziel,“ so Wolfgang Herda.

Großstadt-Phänomen
E-Scooter werden vor allem für Kurzstrecken und Wege zwischen Haltepunkten des Öffentlichen Personennahverkehrs genutzt. In Städten wie Frankfurt oder Erfurt sind die kleinen Flitzer kaum mehr aus dem Stadtbild wegzudenken. Seit ihrer Zulassung auf deutschen Straßen im Jahr 2019 wächst die Anzahl der Zulassungen jährlich stark an. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) waren 2023 insgesamt rund 990.000 E-Scooter in Deutschland unterwegs. Zugenommen hat vor allem die Anzahl privater Scooter (780.000).


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