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Berlin-Brandenburg | 22.03.2017

Tempo 30 macht die Luft nicht sauberer

ADAC Untersuchung: Schadstoffausstoß bei 30 km/h nicht geringer als bei Tempo 50

Medien

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Presse Ansprechpartner

Sandra Hass

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Den Vorstoß von Berlins Umwelt- und Verkehrssenatorin Regine Günther, mehr Tempo 30-Zonen auf großen Hauptstraßen einzurichten, um die Luftqualität zu verbessern, hält der ADAC Berlin-Brandenburg für nicht zielführend. Eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf den in der Diskussion befindlichen Straßenzügen, wie z.B. in der Frankfurter Allee, wird die Pkw-Emissionen nicht senken.

Eine Untersuchung des ADAC auf zentralen Hauptverkehrsstraßen in der Berliner Innenstadt kam im Sommer 2016 zu dem Ergebnis, dass ein Tempolimit von 30 km/h keine wirksame Maßnahme zur Senkung des Schadstoffausstoßes von Pkw ist: Weder NOx- noch CO2-Werte gingen aufgrund verringerter Geschwindigkeit zurück. Tempo 30 führte sogar zu schlechteren Ergebnissen. Denn bei niedriger Geschwindigkeit und höhertourigem Fahren steigt auch der Stickoxidausstoß. Vor allem beim wiederholten Anfahren im Stop-and-Go-Verkehr ist die Schadstoffemission am höchsten.

Die ADAC Studie wurde zunächst unter Realbedingungen auf einem Abschnitt zwischen Osloer Straße, Bornholmer Straße und Wisbyer Straße durchgeführt und anschließend zusätzlich auf einem Rollenprüfstand simuliert. Bei einer Verflüssigung des Verkehrs mit Tempo 50 konnte die Schadstoffbelastung im Test um ein Drittel gesenkt werden, bei flüssigem Verkehrslauf mit Tempo 30 lediglich um 6%.

Der ADAC Berlin-Brandenburg setzt sich deshalb für eine intelligente Verkehrslenkung ein. Generelle Tempolimits sind kontraproduktiv. Stattdessen ist eine Verflüssigung des Verkehrs durch Grüne Wellen mit Angabe von Richtgeschwindigkeiten eine sinnvolle Maßnahme. Ähnlich wie in der Heerstraße muss die Geschwindigkeit flexibel angezeigt werden, das kann je nach Verkehrsaufkommen Tempo 30, 40 oder 50 sein. So wird Staus und Stop-and-Go-Verkehr effektiv vorgebeugt.

In der Frankfurter Allee wird derzeit nicht nur über eine Temporeduzierung, sondern zusätzlich auch über den Wegfall einer Fahrspur zugunsten von Radfahrstreifen diskutiert. Noch mehr Staus und Stop-and-Go wären hier die Folge. Die Schadstoffbelastung würde weiter ansteigen.

Vor Schulen, Kindertagesstätten und sonstigen öffentlichen Einrichtungen ist Tempo 30 im Sinne der Verkehrssicherheit durchaus sinnvoll und in Berlin bereits flächendeckend umgesetzt.

Die komplette Studie finden Sie hier.

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