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Berlin-Brandenburg | 16.09.2026

Sommerferien 2026: Mehr Staus in Brandenburg, längere Behinderungen in Berlin

  • Brandenburg mit rund einem Drittel mehr Staus
  • A24 stauanfälligster Autobahnabschnitt
  • Freitags die meisten Staus in der Region

Der Sommerreiseverkehr hat 2026 auf den Autobahnen in Berlin und Brandenburg für unterschiedliche Entwicklungen gesorgt: In Brandenburg nahmen sowohl die Zahl als auch die Gesamtlänge der Staus deutlich zu. In Berlin wurden während der Ferien dagegen weniger Staus registriert als im Vorjahr, ihre Gesamtdauer stieg jedoch deutlich. Das zeigt die Auswertung der ADAC Verkehrsdaten für die Sommerferien 2026 (Donnerstag, 9. Juli, bis Sonntag, 23. August). Der Freitag erwies sich dabei in beiden Bundesländern als Wochentag mit den meisten Staus.

Brandenburg: Rund ein Drittel mehr Staus

Auf Brandenburgs Autobahnen registrierte der ADAC Berlin-Brandenburg während der rund sechs Ferienwochen 3.778 Staus. Im vergleichbaren Zeitraum 2025 waren es 2.911, was einem Anstieg von rund 30 Prozent entspricht. Auch die Gesamtlänge nahm deutlich zu: Sie stieg um ebenfalls 30 Prozent auf 6.416 Kilometer (2025: 4.909 km). Die aufsummierte Staudauer erhöhte sich von rund 3.700 auf 3.900 Stunden und damit um knapp fünf Prozent.

Betrachtet man die sieben Wochenenden (jeweils Freitag bis Sonntag) innerhalb des Ferienzeitraums gesondert, zeigt sich auch hier eine deutliche Zunahme: Die Zahl der Staus stieg gegenüber dem Vorjahr um 31 Prozent von 1.293 auf 1.700. Zusammengerechnet erreichten sie eine Länge von 3.827 Kilometern (+18 %). Die Staudauer blieb mit rund 2.080 Stunden dagegen nahezu auf Vorjahresniveau (2025: rund 2.060).

Besonders viel Geduld brauchten Autofahrende am Sonntag, den 2. August. Mit 81 Staus, insgesamt 323 Kilometern Staulänge und rund 140 Stunden Staudauer war er der staureichste Tag des Brandenburger Ferienzeitraums.

Auch der längste Einzelstau des Sommers wurde an diesem Tag registriert: Auf der A24 zwischen dem Dreieck Havelland und dem Dreieck Wittstock/Dosse staute sich der Verkehr auf insgesamt 32 Kilometern. Die A24 fällt auch darüber hinaus auf: Mehrere der längsten Staus des Sommers wurden auf der Reiseroute zwischen Berlin und der Küstenregion registriert.

Zum deutlichen Anstieg der Stauzahlen in Brandenburg sagt Benjamin Gruber, Leiter Verkehr, Verkehrssicherheit und Umwelt des ADAC Berlin-Brandenburg: „Die Sommerstaubilanz zeigt, wie stark insbesondere die Brandenburger Autobahnen als wichtige Reiserouten beansprucht werden. Dabei spielt nicht nur der Ferienverkehr eine Rolle. Die Autobahnen sind zugleich wichtige Verbindungen für viele Pendlerinnen und Pendler in der Region. Der Freitag als staureichster Wochentag macht besonders deutlich, wie sich die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse auf diesen Strecken bündeln. Schon einzelne Störungen oder Baustellen können auf hoch belasteten Strecken schnell weitreichende Folgen haben.“

Berlin: Weniger Staus, aber deutlich mehr Stillstand

Auf den Berliner Autobahnen zeigt sich ein anderes Bild. Während der Ferienwochen registrierte der ADAC Regionalclub 971 Staus und damit 14 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres mit 1.134 Staus. Auch die gesamte Staulänge ging zurück: von 894 auf 723 Kilometer (-19 %). Gleichzeitig stieg die aufsummierte Staudauer deutlich von rund 1.850 auf 2.340 Stunden und damit um 26 Prozent.

Bei der gesonderten Betrachtung der Ferienwochenenden fällt vor allem die Anzahl der Staus auf. Während sie in der Gesamtbetrachtung zurückging, stieg sie an den Wochenenden von 385 auf 435. Die Staulänge ging dagegen auch freitags bis sonntags zurück: von 306 auf 272 Kilometer. Die Staudauer erhöhte sich wie in der Gesamtbetrachtung deutlich. Sie stieg um 33 Prozent von rund 690 auf rund 920 Stunden.

Mit Abstand am stärksten belastet war die Berliner Stadtautobahn A100. Dort wurden während der gesamten Ferienzeit 652 Staus mit einer aufsummierten Dauer von rund 2.030 Stunden registriert.

Der staureichste Tag auf den Berliner Autobahnen war Freitag, der 10. Juli. An diesem Tag zählte der ADAC Berlin-Brandenburg 36 Staus mit insgesamt 28 Kilometern Länge und knapp 80 Stunden Staudauer.

Mit Blick auf die Berliner Zahlen ordnet Verkehrsexperte Gruber ein: „Die deutlich längere Staudauer in Berlin zeigt, wie empfindlich ein stark ausgelastetes Straßennetz auf Störungen reagiert und wie wichtig es ist, zusätzliche Beeinträchtigungen durch eine vorausschauende Baustellenplanung und -koordination möglichst gering zu halten.“

Die Sommerstaubilanz 2026 auf einen Blick

  • Brandenburg: 3.778 Staus (+30 %), 6.416 Kilometer Staulänge (+30 %), rund 3.900 Staustunden (+5 %)
  • Berlin: 971 Staus (–14 %), 723 Kilometer Staulänge (–19 %), rund 2.340 Staustunden (+26 %)
  • Staureichster Tag in Brandenburg: Sonntag, 2. August, mit 81 Staus und insgesamt 323 Kilometer Staulänge
  • Staureichster Tag in Berlin: Freitag, 10. Juli, mit 36 Staus und insgesamt 28 Kilometer Staulänge
  • Längster Stau in Brandenburg: 32 Kilometer auf der A24 zwischen Dreieck Havelland und Dreieck Wittstock/Dosse
  • Längster Stau in Berlin: 5 Kilometer auf der A100 zwischen Neukölln und Wilmersdorf

So ermittelt und zählt der ADAC die Staus

Der ADAC nutzt zur Ermittlung des Staugeschehens sogenannte „Floating Car Data“ in Echtzeit. Dafür werden täglich im Durchschnitt rund 2 Milliarden anonymisierte Positions- und Geschwindigkeitsinformationen unter anderem von Lkw-Flotten sowie Nutzerinnen und Nutzern von Smartphone-Apps verarbeitet. In die Analyse fließen zudem Informationen zu baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen ein. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die ADAC Staubilanz.

© IMAGO / Andy Bünning

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