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Berlin-Brandenburg | 24.08.2026

Schulstart in Berlin und Brandenburg: ADAC mahnt zu mehr Rücksicht

Besonders aufmerksam und rücksichtsvoll fahren / Schulweg frühzeitig üben / Elterntaxis möglichst vermeiden

Mit dem Ende der Sommerferien hat am Montag, 24. August, in Berlin und Brandenburg wieder die Schule begonnen. Damit sind nach sechs Wochen Ferien wieder deutlich mehr Kinder in der Morgenstunden im Straßenverkehr unterwegs. Gerade in der Früh ist besondere Aufmerksamkeit gefragt: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verunglücken Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren montags bis freitags besonders häufig zwischen 7 und 8 Uhr, also genau dann, wenn viele von ihnen auf dem Weg zur Schule sind. Zwölf Prozent der im Jahr 2025 werktags verunglückten Kinder dieser Altersgruppe kamen allein in dieser einen Stunde zu Schaden.

„Wir Erwachsenen überschätzen schnell, was Kinder im Straßenverkehr schon können. Sie nehmen Verkehrssituationen anders wahr, können Geschwindigkeiten und Entfernungen noch nicht zuverlässig einschätzen und reagieren häufig spontan. Deshalb sind wir Erwachsenen in der Verantwortung, besonders aufmerksam und rücksichtsvoll zu fahren“, sagt Karsten Schulze, Vorstand für Verkehr und Technik des ADAC Berlin-Brandenburg.

Das gilt besonders für Autofahrende: Im Umfeld von Schulen, Wohngebieten und Bushaltestellen sollten sie besonders vorausschauend fahren, die Geschwindigkeit reduzieren und jederzeit bremsbereit sein. Aufgrund ihrer Körpergröße werden Kinder zwischen parkenden Fahrzeugen oder anderen Sichthindernissen leicht übersehen. Autofahrende sollten deshalb jederzeit mit unerwarteten Situationen rechnen.

Sicherer ist wichtiger als kürzer

Gerade für Schulanfängerinnen und Schulanfänger ist nicht nur die Schule neu, sondern häufig auch der tägliche Weg dorthin. Der ADAC empfiehlt Eltern deshalb, den Schulweg und insbesondere das sichere Überqueren von Straßen frühzeitig und mehrfach gemeinsam mit ihrem Kind zu üben. Dabei gilt: Nicht der kürzeste, sondern der sicherste Weg ist der beste. Ein kleiner Umweg kann sinnvoll sein, wenn sich dadurch unübersichtliche Kreuzungen oder schwer einsehbare Straßenquerungen vermeiden lassen.

Ob der Schulweg sicher sitzt, lässt sich mit einem Rollentausch testen: Das Kind führt die Eltern zur Schule und erklärt selbst, wo es besonders aufpassen und wie es sich verhalten muss. Auch ausreichend Zeit gehört zu einem sicheren Schulweg, denn Hektik kann zu Unaufmerksamkeit und Fehlentscheidungen führen.

„Kinder frühzeitig und ihrem Alter entsprechend an den Straßenverkehr heranzuführen, hilft ihnen, Schritt für Schritt Verkehrskompetenz zu entwickeln. Dafür müssen sie die Möglichkeit haben, selbst Erfahrungen zu sammeln, denn sicher und selbstständig mobil zu sein, lernt man nicht auf dem Rücksitz. Sichere Wege und regelmäßige Übung schaffen dafür wichtige Voraussetzungen", so Schulze.

Elterntaxi: Gut gemeint ist nicht immer sicherer

Fast jedes fünfte Grundschulkind wird laut einer Umfrage der ADAC Stiftung aus dem Jahr 2025 täglich mit dem Auto zur Schule gefahren, weitere neun Prozent mindestens jeden zweiten Tag. Dabei sehen Eltern das Elterntaxi selbst mehrheitlich kritisch: 58 Prozent lehnen es grundsätzlich ab, 56 Prozent sagen, dass dadurch gefährliche Verkehrssituationen entstehen.

Viele Fahrzeuge auf engem Raum, riskante Wendemanöver, Halten in zweiter Reihe oder an Bushaltestellen können vor und im Umfeld von Schulen schnell zu unübersichtlichen Situationen führen. Der ADAC empfiehlt deshalb, Kinder nach Möglichkeit zu Fuß zur Schule gehen zu lassen, wenn dieser sicher eingeübt ist. So sammeln sie regelmäßig eigene Erfahrungen im Straßenverkehr und lernen, ihren Schulweg zunehmend selbstständig zu bewältigen.

Ist der Weg zu weit oder das Auto aus anderen Gründen notwendig, können ausgewiesene Hol- und Bringzonen eine Alternative sein. An diesen sogenannten „Elternhaltestellen“ können Eltern ihre Kinder in sicherer Entfernung zur Schule aussteigen lassen, sodass sie zumindest den letzten Abschnitt zu Fuß zurücklegen.

ADAC unterstützt Berliner Schulanfangsaktion der Verkehrswacht

In Berlin unterstützt der ADAC Berlin-Brandenburg auch in diesem Jahr die Schulanfangsaktion der Landesverkehrswacht Berlin. Unter dem Motto „Achtung Schulweg! Sicher starten, sicher ankommen" wirbt die vierwöchige Kampagne im gesamten Stadtgebiet für mehr Aufmerksamkeit und Sicherheit auf dem Schulweg.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den 36.000 Berliner Erstklässlerinnen und Erstklässlern: 400 Banner an Grundschulen, mehr als 1.200 City-Light-Plakate, 500 digitale Plakate sowie Hinweise auf BVG-Bussen und E-Scootern machen berlinweit auf den Schulstart aufmerksam.

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