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Berlin-Brandenburg | 05.02.2026

ADAC Staubilanz 2025: Mehr Stillstand trotz weniger Staus in Berlin und Brandenburg

38.660 Stunden lang steckten Autofahrende im Jahr 2025 auf den Berliner und Brandenburger Autobahnen im Stau. Das entspricht einer Gesamtdauer von rund vier Jahren und fünf Monaten. Trotz sinkender Staumeldungen in beiden Bundesländern stiegen die Staustunden im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zehn Prozent (34.998 Stunden in 2024).

Längere Wartezeiten trotz weniger Staus auf den Autobahnen: Das hatten Autofahrende deutschlandweit im vergangenen Jahr gemeinsam. Insgesamt zeichnet die ADAC Staubilanz dennoch ein differenziertes Bild für Berlin und Brandenburg. 

Kennzahlen im Überblick
 BerlinEntwicklungBrandenburgEntwicklung
Staumeldungen (Anzahl) 11.540 (2024: 13.224)-1.68421.348 (2024: 22.223)-875
Staudauer (Stunden)15.452 (2024: 14.730)+72223.208 (2024: 20.268)+2.940
Staulänge (Kilometer)10.542 (2024: 14.002)-3.46030.016 (2024: 29.084)+932

 

Berlin

In der Bundeshauptstadt fällt auf, dass sowohl die Anzahl der Staumeldungen als auch die gezählten Staukilometer deutlich gesunken sind, während die Dauer in Stunden um rund fünf Prozent zunahm. 15.452 Stunden verbrachten Autofahrende auf den Autobahnen der Metropole im Stau bei insgesamt 10.542 Staukilometern (2024 waren es 3.460 km weniger). Insgesamt wurden im gesamten Jahr 11.540 Staus gemeldet (13.224 in 2024).

Vor allem in den Herbstmonaten ging es zeitweise nur langsam voran, was die Nerven der Autofahrenden in Berlin stark strapazierte. Der September war der staureichste Monat 2025 mit 1.213 Staumeldungen und 1.127 Staukilometern. Die meisten Stunden verbrachten Autofahrende auf den Berliner Autobahnen im November (1.890 Stunden) und Oktober (1.888 Stunden).

Im Wochenverlauf stechen in der ADAC Staubilanz Dienstag und Donnerstag in Bezug auf alle Kennzahlen als staureichste Tage hervor, während es am Wochenende im Schnitt deutlich entspannter auf den innerstädtischen Autobahnen zugeht. Der Stauspitzenwert an den Werktagen liegt zwischen 6 und 9 Uhr, einen weiteren Höhepunkt gibt es werktags zwischen 15 und 19 Uhr.

Top 3 Staufallen (Dauer)

Am längsten standen Autofahrende in Berlin auf der A100 im Stau: 10.217 Stunden, etwas mehr als im Vorjahr (2024: 9.782). Grund dafür ist, dass die A100 von umfangreichen Baustellen, Fahrstreifenreduzierungen und Sperrungen geprägt war. Betroffen war unter anderem der Abschnitt rund um die Elsenbrücke. Die längsten und langwierigsten Einzelstaus über 10 Kilometer Länge ermittelte der ADAC zwischen City-West und Neukölln am 4. und 5. März sowie am 26. September jeweils am Nachmittag.

Mit weitem Abstand auf Platz 2 der längsten Stauwartezeiten rangiert die A111 mit 2.449 Stunden und damit minimal weniger als im Vorjahr (2024: 2.588). Platz 3 im Ranking der längsten Wartezeiten nimmt die A113 ein: 1.383 Staustunden - 2024 waren es weniger als die Hälfte (658 Stunden). Baustellen auf der benachbarten A100 und der A115 kommen als mögliche Einflussfaktoren in Betracht, da die A113 als zentraler Zubringer zum Flughafen BER dient.

Brandenburg

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die in Brandenburg die Länge der gemeldeten Staus besonders zu. Ganze 23.208 Stunden verbrachten Autofahrende auf den Brandenburger Autobahnen in Warteposition: rund 14,5 Prozent mehr als in 2024 (20.268 Staustunden). Die Gesamtlänge der 21.348 gemeldeten Staus lag mit 30.016 Kilometern ebenso, wenn auch nur leicht, über dem Vorjahreswert von 29.084 Kilometern.

So waren auch hier oft Nerven aus Stahl gefragt, besonders in den Sommermonaten zwischen Juni und August, dort wurden die längsten Staus in Kilometern identifiziert, dicht gefolgt vom Oktober, der in Punkto Staudauer mit 2.828 Staustunden Autofahrenden hierzulande die meiste Zeit stahl.

In Brandenburg fällt auf, dass der durchschnittliche Stau-Wochenverlauf deutlich anders aussieht als in Berlin oder im Bundesdurchschnitt. Die meisten Staumeldungen entfallen auf Montage (3.955), die meisten Staukilometer (5.594) kamen donnerstags zusammen, während Autofahrende montags die längste Wartezeit für Staus einrechnen müssen (insgesamt 3.702 Stunden an allen Montagen des Jahres 2025).

Wann und wo staut es sich am häufigsten

Die meiste Zeit im Stau verlieren Autofahrende werktags Montag bis Donnerstag zwischen 6 und 10 Uhr sowie nachmittags zwischen 15 und 19 Uhr. Freitags besteht bereits ab frühen Mittag Staugefahr. Dabei spielt die Überlagerung von (Fern-)pendler- sowie Freizeit- und Urlaubsverkehr eine merkliche Rolle. An den Wochenenden tritt das Staugeschehen ab späten Vormittag ein.

Die mit weitem Abstand längsten Staus gibt es in Brandenburg auf der A10: Hier wurden im vergangenen Jahr 3.547 Staus mit einer Länge von 8.848 km und einer Staudauer von 7.347 Stunden gemessen. Platz Zwei und Drei in Bezug auf die Staudauer belegen die A12 (5.030 Stunden) und die A115 (3.481 Stunden). Ein Blick auf die Staukilometer zeigt eine andere Reihenfolge: Mit 5.128 km verzeichnet die A13 besonders lange Staus, den dritten Platz in diesem Ranking belegt die A24 mit 4.126 Staukilometern.

Ausblick für die Region

Für 2026 rechnet der ADAC Berlin-Brandenburg mit einer weiteren moderaten Zunahme des Verkehrsaufkommens auf den Autobahnen in der Region, was sich dann auch in den Staukennzahlen niederschlagen dürfte. Eine zentrale Rolle spielen hier vor allem die zahlreichen Bauaktivitäten, die dringend erforderlich sind, um das Autobahnnetz zu modernisieren und eine Verschärfung der Stausituation durch weitere Brückensperrungen zu vermeiden.

 


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