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ADAC Stiftung | Luftrettung | 21.05.2021

„Christoph 70“ in Jena fliegt 30.000. Rettungseinsatz

Crew des ADAC Rettungshubschraubers versorgt in Weimar Frau mit schwerer Luftnot / Seit Übernahme des Standortes vor 23 Jahren rund 1300 Alarmierungen jährlich / Mario Klose löst Ralf Plüch als Stationsleiter ab

(ADAC Luftrettung gGmbH) Der im thüringischen Jena-Schöngleina stationierte Rettungshubschrauber „Christoph 70“ der gemeinnützigen ADAC Luftrettung ist in der vergangenen Woche seinen 30.000. Einsatz geflogen. Seit der Übernahme des Flugbetriebes von der Bundeswehr im Jahr 1998 wurden die fliegenden Gelben Engel damit durchschnittlich 1300 Mal pro Jahr alarmiert.

Bei ihrem „Jubiläumseinsatz“ musste die Crew um Stationsleiter und Pilot Mario Klose, Leitenden Notarzt Dr. Lars Kummer und Leitenden Notfallsanitäter Alexander Meixner (TC-HEMS) eine junge Frau in Weimar mit schwerer Luftnot im Rahmen einer Covid-19-Erkrankung versorgen. Die Patientin wurde nach der notfallmedizinischen Erstversorgung in Begleitung des Notarztes bodengebunden in die Zentralklinik Bad Berka gebracht. Insgesamt flog die Crew am Tag ihres 30.000. Einsatzes zu weiteren sieben Rettungseinsätzen.

Bei dem in Jena eingesetzten Rettungshubschrauber handelt es sich um eine Maschine des Typs Airbus EC 135. Das Einsatzgebiet von „Christoph 70“ erstreckt sich über ganz Thüringen, Nordbayern, das südliches Sachsen-Anhalt und Westsachsen. Zu bundeslandübergreifenden Rettungseinsätzen kommt es häufig bei schweren Unfällen und Unglücken mit mehreren Verletzten.

„Die Station in Jena hat zu den bis heute mehr als 1 Million Einsätzen der ADAC Luftrettung einen entscheidenden Beitrag geleistet. In der Region ist die Crew mit ihrer hohen Professionalität und ihrem großen Engagement als schneller Lebensretter aus der Luft nicht mehr wegzudenken“, erklärt Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung. Die Crews sind innerhalb von zwei Minuten einsatzbereit. Geflogen wird täglich von 7 Uhr bis Sonnenuntergang. Alarmiert wird „Christoph 70“ über die Notrufnummer 112, disponiert von der Zentralen Leitstelle in Jena. Sie alarmiert das jeweils nächstgelegene, am besten geeignete Rettungsmittel. Die großen Vorteile des Hubschraubers sind seine Einsatzgeschwindigkeit von rund 230 km/h, seine Schnelligkeit und seine Unabhängigkeit von schwierigen Straßen- oder Verkehrslagen. So kann er 70 Kilometer Entfernung in nur 20 Minuten zurücklegen.

Die Crew von „Christoph 70“ besteht aus drei Piloten der ADAC Luftrettung, 18 Notärzten der Uniklinik Jena und fünf Notfallsanitätern (TC HEMS) des DRK Jena. Neuer Leiter der Station ist seit kurzem Pilot Mario Klose. Der 40-Jährige, der zuvor in Bautzen und Berlin für die ADAC Luftrettung flog, löste den langjährigen Stationsleiter Ralf Plüch ab, der nach 23 Jahren als Pilot von „Christoph 70“ in den Ruhestand ging. Plüch war Thüringens dienstältester Pilot.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2021 teilt sich das Einsatzspektrum in 39 Prozent Internistische Notfälle wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen, 25 Prozent Verletzungen nach Unfällen, worunter Verkehrs-, Sport, Schul- und Freizeitunfälle fallen, 21 Prozent neurologische Notfälle, wie zum Beispiel einen Schlaganfall sowie Einsätze aus dem Bereich Kindernotfälle.

Den ersten Einsatz hatte der am Verkehrslandeplatz Jena-Schöngleina stationierte Rettungshubschrauber „Christoph 70“ im Juni 1994 – damals noch unter dem Rufnamen „SAR77“. Mit dem Rückzug der Bundeswehr aus der zivilen Luftrettung übernahm knapp vier Jahre später, im Januar 1998, die gemeinnützige ADAC Luftrettung die Station. Gerade in ländlichen Regionen, wo es oft an Notärzten mangelt, ist der Rettungshubschrauber häufig der schnellste und einzige Weg, den Notarzt zeitgerecht zu schwer verletzten oder kranken Menschen zu bringen – und diese schonend in eine geeignete Klinik zu transportieren.

Im vergangenen Jahr mussten die fliegenden Gelben Engel bundesweit zu insgesamt 51.749 Einsätzen ausrücken. Mit 141 Notfällen pro Tag bewegt sich das Einsatzgeschehen damit weiter auf höchstem Niveau. Zwar gingen die Alarmierungen der ADAC Rettungshubschrauber wegen des coronabedingten Rückgangs der Mobilität insgesamt um 2218 oder 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Crews waren im Jubiläumsjahr aber dennoch so gefordert wie noch nie. Das Coronavirus verlangt den Besatzungen alles ab und sorgt wegen der strengen Sicherheits- und Hygienekonzepte, sowie der ständigen Infektionsgefahr für eine deutlich stärkere Einsatzbelastung.

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