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ADAC Stiftung | ADAC Stiftung | 04.05.2026

Kinder im Straßenverkehr überfordert: Lehrkräfte fordern mehr Mobilitätsbildung im Unterricht

Kinder werden in der Schule nicht ausreichend auf den Straßenverkehr vorbereitet. Das bemängeln Deutschlands Lehrkräfte in einer Umfrage der ADAC Stiftung. Sowohl in der Grundschule als auch in den weiterführenden Schulen fehlen demnach mindestens fünf Unterrichtsstunden pro Jahr für Mobilitätsbildung.

Mehr Zeit für Mobilitätsbildung - ein klarer Wunsch der Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland

Verkehrssicherheit ist vor allem in den Grundschulen fester Bestandteil des Unterrichts. Mehr als 13 Unterrichtsstunden pro Jahr widmen dort die Lehrerinnen und Lehrer der Mobilitätsbildung. Das jedoch reiche nicht, um den Kindern die nötigen Kompetenzen für sicheres Verhalten im heutigen Straßenverkehr zu vermitteln.

Nahezu jedes zweite Kind (47 Prozent) leidet laut Umfrage unter erheblichen Aufmerksamkeitsdefiziten im Straßenverkehr. Mehr als ein Drittel der Kinder (36 Prozent) hat Schwierigkeiten, in entscheidenden Momenten richtig zu reagieren. Gering ausgeprägt ist im Grundschulalter auch die Fähigkeit, Entfernungen einzuschätzen und Gefahren zu erkennen.

„Die Umfrage zeigt Verkehr wird nicht nur mehr, sondern auch vielfältiger. Leise E-Autos, Roller oder Lastenräder stellen neue Anforderungen an Aufmerksamkeit und Orientierung. Kinder brauchen deshalb mehr Zeit, um zu lernen, sich sicher und gleichzeitig selbstständig in dieser komplexeren Mobilitätswelt zu bewegen“, sagt Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung. Insbesondere der Weg zur Schule ist in der Gruppe der 6- bis 14-Jährigen risikobehaftet. Im Jahr 2024 verunglückten 27.260 Kinder dieser Altersgruppe im Straßenverkehr; 13 Prozent dieser Unfälle passierten zwischen 7 und 8 Uhr morgens.

Die befragten Lehrkräfte wünschen sich deutlich mehr Unterrichtsstunden für Mobilitätsbildung. In der Grundschule halten sie 18 Stunden pro Jahr für angemessen, also rund fünf mehr als heute in der Praxis üblich. Eine ähnlich große Lücke klafft in den Klassen 5 und 6 an weiterführenden Schulen. Dort gelingt es derzeit, durchschnittlich sechs Stunden pro Jahr in den Unterricht zu integrieren. Notwendig sind nach Auffassung der Lehrkräfte jedoch 11 Stunden pro Jahr.

Größtes Hindernis für angemessenen Verkehrsunterricht sind zu geringe zeitliche Ressourcen. Das sagen 40 Prozent der Lehrkräfte. 28 Prozent wünschen sich mehr finanzielle Mittel, jeweils 25 Prozent beklagen unzureichende Infrastruktur, fehlende Unterstützung kommunaler Stellen und mangelnde Verankerung in den Lehrplänen.

Die Kooperation mit außerschulischen Partnern begrüßen 44 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer. Einer dieser Partner ist die ADAC Stiftung.

 

Über die ADAC Stiftung:
Die ADAC Stiftung konzentriert sich in ihrer Arbeit auf zwei Themen: Mobilität und Lebensrettung. Sie setzt sich dafür ein, dass alle Menschen in Deutschland ihrem Bedürfnis nach Mobilität sicher und nachhaltig nachkommen können. Und dass Menschen mit akuten Verletzungen oder in lebensbedrohlichen Situationen im ganzen Land schnelle und wirksame Hilfe erhalten. Zudem fördert sie mit der Einzelfallhilfe gezielt die soziale Teilhabe von Unfallopfern und ihren Familien.
Die Stiftung ist 2016 gegründet worden. Seit Anfang 2017 ist sie alleinige Gesellschafterin der gemeinnützigen ADAC Luftrettung und fördert interdisziplinäre Projekte im Rettungswesen.
Die ADAC Stiftung unterstützt Schulen mit Expertise und den kostenlosen Programmen „Aufgepasst mit ADACUS“, „Roller Fit“ und „Achtung Auto 2.0“. Damit werden Kinder frühzeitig befähigt, sich sicher, umweltbewusst und rücksichtsvoll im Straßenverkehr zu bewegen. 2025 erreichte die ADAC Stiftung mit ihren Programmen über 590.000 Kinder und Jugendliche, was sie zum führenden zivilgesellschaftlichen Mobilitätsbildungsanbieter an Kitas und Schulen in Deutschland macht.

Über die Befragung:
Grundlage der Ergebnisse ist eine Onlinebefragung von 340 Lehrkräften in Deutschland. Die Fehlermarge beträgt ±5 Prozentpunkte bei einem Konfidenzniveau von 95 Prozent.
Die Befragung wurde von „We are Family Research“ im März 2026 durchgeführt. Sie ist Teil der Studie „Wie ticken Lehrkräfte“.

Eigene Erfahrung, z.B. mit dem Bremsweg, will angeleitet und begleitet sein, damit die Wirkung hängen bleibt.

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Kinder üben unter Anleitung wichtige Themen der MobilitätsbildungGemeinsam zum Erfolg. Auch Rollerfahren will geübt sein, um gut zum Ziel zu kommen. Lehrerinnen und Lehrer nehmen hier eine wichtige Rolle ein.Eigene Erfahrung hilft Sachen besser zu verstehen, wie z.B. den Bremsweg
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