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Nordbayern | 02.08.2017

Sicher durch den Sommer: ADAC Nordbayern gibt Tipps bei Hitze im Auto

Was könnte im Sommer schöner sein als Temperaturen über 30 Grad und strahlender Sonnenschein? Doch die heißen Tage haben vor allem für Autofahrer auch ihre Tücken. Das Unfallrisiko steigt und besonders Tiere und Kinder sind in abgestellten Fahrzeugen durch die Hitze stark gefährdet. Der ADAC Nordbayern gibt Tipps, wie Autofahrer gut durch den Sommer kommen.

Bei direkter Sonneneinstrahlung, beispielsweise auf der Autobahn, heizen sich Fahrzeuge sehr schnell auf. Autofahrer werden rasch müde und unkonzentriert - das Unfallrisiko steigt stark an. „Wir empfehlen daher, Fahrten in den frühen Morgenstunden oder am Abend anzutreten und ausreichend Pausen einzuplanen“, rät Jürgen Hildebrandt, Verkehrsexperte beim ADAC Nordbayern. Wichtig ist es, vor Reiseantritt den Kühlwasserstand zu überprüfen und vollzutanken, da die Klimaanlage im Stau ein zusätzlicher Spritverbraucher ist. Zu kalt sollte die Klimaanlage allerdings nicht eingestellt werden. Ist der Unterschied zur Außentemperatur zu hoch, können Kreislaufprobleme drohen - es empfehlen sich maximal 6 Grad Celsius Unterschied. Autofahrer sollten zudem beson-ders an heißen Tagen auf hitzebedingte Straßenschäden oder sogenannte „Blow-ups“, also Aufbrüche der Fahrbahndecke, achtgeben.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für Fahrer und Mitfahrer in jedem Fall wichtig. Für einen Erwachsenen sind drei Liter Wasser, Saftschorle oder Tee pro Tag ratsam. Zu kalt sollten die Getränke dabei nicht sein, da dies zusätzlich den Körper belastet. Wer sein Auto in der Sonne parken muss, sollte einen Sonnenschutz hinter der Windschutzscheibe anbringen. Armatur, Lenkrad und Sitze werden so etwas von der Sonne abgeschirmt.

Gefahr für Mensch und Tier

Immer wieder kommt es in den Sommermonaten zu Schreckensmeldungen über verendete Tiere oder gefährdete Kleinkinder in geparkten Autos. Besonders stehende Fahrzeuge können sich, auch bei offenem Fester, auf bis zu 60 Grad Celsius aufheizen. Für Kinder, ältere Menschen und Tiere kann eine solche Situation lebensbedrohlich werden. „Im Hochsommer kann es je nach Fahrzeug und Einstrahlungsintensität nach 15 Minuten kritisch für die Gesundheit werden“, bestätigt Jürgen Hildebrandt vom ADAC Nordbayern.

Wie dramatisch die Temperatur im Auto bei Hitze steigen kann, zeigt ein Versuch des ADAC. Drei baugleiche Fahrzeuge wurden bei einer Außentemperatur von rund 28 Grad in die Sonne gestellt. Eins mit geschlossenen Fenstern, bei einem war ein Fenster etwa fünf Zentimeter geöffnet, beim dritten waren zwei Fenster einen Spalt weit offen. Das Ergebnis: In allen Fällen stiegen die Temperaturen im Wageninnern schon nach 30 Minuten auf etwa 50 Grad an. Nach einer Stunde lagen die Werte bereits bei rund 57 Grad. Auch wer im Schatten parkt, muss beachten, dass die Sonne mit der Zeit wandert und so das Fahrzeug erreichen kann. Jürgen Hildebrandt rät, bei Hitze niemals, auch nicht bei schnellen Erledigungen oder kurzen Stopps, Menschen oder Tiere im Auto zurückzulassen.

Im Notfall richtig reagieren

Was aber tun, wenn man ein Kind oder Tier bei Hitze eingeschlossen in einem Auto entdeckt? Steht das Fahrzeug auf einem Supermarkt-Parkplatz, kann der Besitzer des Wagens ausgerufen werden. Es ist immer ratsam, die Polizei oder Feuerwehr zu rufen. Die Helfer können ein Auto öffnen, ohne die Scheibe einzuschlagen. Wer selbst die Autoscheibe eindrückt, riskiert eventuell Insassen zu verletzen. Zudem besteht immer das Risiko, dass es Streit um die Kosten für die beschädigte Scheibe gibt. Meist liegen die Kosten im niedrigen dreistelligen Bereich.


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